Montag

Surfen mit Schildkroeten

Letztes Wochenende haben wir uns ein langes Wochenende im Oman gegoennt. Donnerstag Abend ging es los (ich glaub so gegen halb 7) Richtung Nizwa, wo wir uns ein Hotel fuer die Nacht gebucht hatten. In Al Ain haben wir ein bisschen Zeit verloren als wir uns durch den Stadtkern gequaelt haben und auf irgendwelchen Umleitungen im Stau standen und in Nizwa haben wir eine ganze Weile gebraucht um das Hotel zu finden, aber ansonsten lief alles glatt. Die ganzen Formalitaeten am Grenzuebergang erinnern mich ja ein bisschen an die Urlaube als ich noch kleine war und man ueber zwei Grenzen musste um bis zu Oma zu kommen.... Lang lang ist’s her!
Ein kurzer Blick in den Offroad Guide Oman am naechsten Morgen verriet uns dass es schon in der Gegend um Nizwa einiges zu sehen gibt, aber das kann man ja auch noch an einem anderen Wochenende machen. Haben uns als Sighseeing Einschub fuer diesen Tag das Wadi Suwayh auf dem Weg von Muscat nach Sur ausgesucht. Es hat ziemlich lange gedauert, bis wir dieses dann endlich gefunden hatten, aber es hat sich gelohnt. Die Strecke, was interessant und die Pools in dem Wadi waren wunderschoen.





Da an dem einen Ende schon eine Grossfamilie badete, sind wir zum anderen gefahren und dort in Wasser gesprungen. And wie ich mich zu dem kleinen Wasserfall umdrehe, sehe ich daneben eine Schlange an der Wand. Das hat mir schon einen gehoerigen Schlecken eingejagt, aber als das Vieh sich dann in Wasser bewegt hat hab ich es richtig mit der Angst bekommen. Wir sind dann ins flache Wasser in der Mitte geschwommen wo es eine Art Insel gab und Barney musste mich erstmal beruhigen. Im flachen Wasser stehend haben die Fische versucht an unseren Fuessen was zu fressen zu finden oder so. Das hat gekitzelt und mich gleich wieder erschreckt, aber nach einer Weile hatte ich mich daran gewoehnt.



Froesche hoppsten da auch rum. Soviel Getier auf einmal war ich echt nicht mehr gewoehnt. Keinem von uns stand der Sinn danach zu der Stelle zurueckzuschwimmen, wo unsere FlipFlops standen und so sind wir durch’s flache Wasser gewatet und an einer anderen Stelle die Felsen hochgeklettert. Ohne Schuhe bei 40 Grad, das hat vielleicht gebrannt an den Fusssohlen... Anschliessend sind wir auf einer Schotterstrasse dem Wadi gefolgt bis an die Kueste. Das war eine wunderschoene Strecke.
Kurz vor Sur wollten wir dann einer „Abkuerzung“ folgen, die im Offroad Guide beschrieben war, aber als das auch nach dreimaligem Versuch nicht so recht klappen wollte (arrrg) haben wir dann doch den langen Weg genommen, der sich als ohnehing nicht so lang herausstellte.
Durch diese diversen Umwege sind wir dann etwas spaeter als geplant im Hotel angekommen. Also nix mehr mit surfen. Das Hotel war zwar direkt am Strand, hatte aber keinen Hotelstrand (bei zwei Sternen darf man nicht zuviel erwarten) und so wirkten wir wohl ziemlich exotisch, als wir zwischen den heimkommenden Fischern noch eben ne Runde schwimmen gingen.
Am naechsten Morgen hatte wir uns das Ausschlafen redlich verdient so, dass wir erst am Mittag in A’silah ankamen. Das war glaube ich der merkwuerdigste Surfspot, den ich je gesehen habe. Fischerboote, draussen eine Reihe Dhows, Fischer (der eine trug gerade einen kleinen Hai, aber Barney hat mir versichert, dass der von weiter draussen kommen muss), Wellen und Kitesurfer.



Es war maechtig windig, Monsun halt, aber die Stroemung wenn auch definitiv vorhanden, war nicht allzu schlimm. Ich hatte dummerweise, die haelfte meiner Klamotten im Hotel vergessen. Wachs konnten wir zum glueck von anderen Surfern bekommen, aber in Ermangelung von Neoprenanzug und Lycrashirt musste ich in Bikini und Bordshorts ins Wasser. Egal! Der Weg ins Wasser war steinig und ich war nach meinem Schlangenerlebniss am Vortag, sehr aengstlich, aber zum Glueck hat sich das im Laufe des Tages wieder gelegt. Die Wellen waren jedenfalls toll! Als ich gerade wieder etwas weiter rauspaddeln wollte, tauchte ploetzlich etwas vor mir aus dem Wasser. Eine grosse Schildkroete streckte kurz Kopf und Vorderflossen aus dem Wasser um dan gleich wieder zu verschwinden. Toll!! Etwas spaeter habe ich sie nochmal den Kopf aus dem Wasser strecken sehen, die muss da zu Hause sein.
Auf der Suche nach Wasser, Sprit und Mittagessen, sind wir nach Asila hinein gefahren, was eigentlich nur ein ein paar Lehmhaeusern und einer Tankstelle bestand. Neben der Tankstelle gab es ein kleines pakistanisches Restaurant, wo wir ein Huehnercurry mit superleckerem frischem Brot bekommen haben. Frischgestaerkt haben wir uns nochmal ins kalte Wasser gewagt, und diesmal hat die Schildkroete Barney zweimal begruesst. Ich waer gerne noch laenger im Wasser geblieben, aber als die Kitesurfer zusammenpackten haben auch wir uns auf den Weg gemacht. Bei dem Wind und mit Stroemung uns so wollten wir lieber nicht alleine im Wasser bleiben.
Auf dem Rueckweg zum Hotel haben wir an einem kleinen Naturreservat halt gemacht wo man Abends die Schildkroeten beim Eierlegen beguckten kann, aber irgendwie waren wir beide zu muede um auf die Fuehrung zu warten.
Vor der Abfahrt am Sonntag morgen sind wir noch eben ne Runde Schnorcheln gegangen und haben am Strand frische Schildkroetenspuren und ein Loch gefunden. Hatten wir das gewusst, das wir die Schildkroeten auch hier haetten beobachten koennen...Der Fischer den wir am Strand getroffen haben war recht belustig als wir mir unserer Schnorchelausruestung ins Wasser getapert sind.



Auf dem Heimweg wollten wir zumindest eine Sightseeingpause einlegen und haben versucht den „weissen Strand“ zu finden, was uns nach mehreren Anlaeufen auch gelungen ist. Es sah wirklich wunderschoen aus. Das Wasser war wunderbar blau, aber ausser Sand war unter der Oberflaeche nicht viel zu sehen. Das war nochmal ein schoener Zwischenstop, allerdigs waren wir dann doch eine Stunde unserem Zeitplan hinterher und als wir gerade dachten „Noch ein Kreisverkehr geradeaus und dann am naechsten abbiegen Richtung Al Ain“, da ging es auf einmal nicht mehr weiter. Die Polizei hatte die Strecke geradeaus abgesperrt, eine Umleitung war natuerlich nicht ausgeschildert und die kleinen Strassen auf unseren Karten auch nicht verzeichnet. So haben wir uns dann auf nebenstrassen weitergehangelt, jedesmal wenn wir versuch haben Richtung Hauptstrasse wieder abzubiegen haben wir schon die Autos stehen sehen, die nicht weiterkamen. Insofern hatte wir noch Gluck im Unglueck dass wir nicht auf so einer Strecke festeckten wo es gar nicht weiterging. Die Polizei hatte einfach den Streckenabschnitt abgesperrt, aber es gab keine Hinweissschilder. Nix! Auf vielen Strecken haben wir die Autos stehen sehen, ohne jede Moeglichkeit abzubiegen, oder umzudrehen. Da sind wir mir der einen Stunde, die uns der Spass gekostet hat noch richtig gut bei weggekommen....

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